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Großer Geologischer Lehrpfad

22. Februar 2003: Großer Geologischer Lehrpfad am Rand des Hüggels

 

Exkursionspunkt 15: Ehemaliger Schleppbahn-Einschnitt - Schwerspat und sulfidische Erze
Exkursionspunkt 15: Ehemaliger Schleppbahn-Einschnitt - Schwerspat und sulfidische Erze

 

An diesem Punkt befindet sich eine etwa 8 m mächtige Schicht aus Kalkstein, der vor etwa 240 Millionen Jahren während der Zechsteinzeitabgelagert worden ist. Von den Bergleuten wurde dieser Kalkstein als "Stinkkalk" bezeichnet, da er beim Zerschlagen (z.B. mit dem Hammer) im wahrsten Sinne des Wortes anfängt zu stinken.
In diesem Kalkstein befinden sich auf Klüften und in Hohlräumen Schwerspat (Baryt) und selten auch sulfidische Erzminerale wie Zinkblende und Bleiglanz. Diese Minerale bildeten sich aus wässrigen, mineralstoffreichen Lösungen, die auf Klüften aus der Tiefe aufgestiegen sind (s. Abb.).

 

Wahrscheinlich sind die Erzbringenden Lösungen während der Oberkreide-Zeit vor etwa 90 Mio. Jahren aufgestiegen. Die Mineralisation soll sich unmittelbar an die Eisen-Vererzung angeschlossen haben und wird auch mit dem Entstehen eines heißen Magmenkörpers bei Bramsche (Bramscher Pluton) in Verbindung gebracht.

 

Bergbau auf Zinkblende und Bleiglanz wurden mehrfach versucht, aber immer wieder nach kurzer Zeit wegen Unrentabilität eingestellt. Der geringste Silbergehalt dieser Erze gab dem südlich vom Hüggel gelegenen "Silberberg" seinen Namen.

 

Die Erzführung beeinflusst auch die chemische Zusammensetzung des Grundwassers. In einigen Brunnen der Umgebung ist der Gehalt an gelösten Metallen (Blei, Zink) so groß, dass ihr Wasser nicht als Trinkwasser genutzt werden darf.

 

Exkursionspunkt 18: Steinbruch am Südhang des Heidhornberges - Die Ober-Karbonzeit
Exkursionspunkt 18: Steinbruch am Südhang des Heidhornberges - Die Ober-Karbonzeit

 

In diesem Steinbruch wurde Ober-Karbonsandstein gebrochen, der hier sehr mürbe und von geringerer Festigkeit ist. Im vorigen Aufschluss wurde eine Konglomerat-Lage innerhalb dieser Sandsteine gezeigt. Unter welchen Bedingungen entstanden diese Ablagerungen?

 

Während der Karbon-Zeit (vor etwa 300 Mio. Jahren) gehörte das Hüggelgebiet einem großen Senkungsbereich an. Von dem "mitteldeutschen Festland" im Süden und dem "nordeuropäischen Kontinent" wurde Abtragungsschutt in Form vom Sand (Sandstein) und Kies (Konglomerat) in dieses Becken geschwemmt. Zeitweilich entstanden an der flachen Küste bei feuchtem und warmem Klima große Moore mit üppiger Vegetation und heute weitgehend ausgestorbenen Pflanzen. Am Piesberg in Osnabrück wurden sogar ganze Baumstümpfe von Siegelbäumen in Lebensstellung gefunden. Die Reste dieser Moore liegen heute als Steinkohlen-Flöze vor, die heute noch im Ruhrgebiet und am Schafberg in Ibbenbüren abgebaut werden. Auch am Hüggel ließen sich Steinkohlenflöze bei Bohrungen in etwa 400 Metern Tiefe nachweisen. Ein Abbau dieser Vorkommen erfolgte bislang nicht.

 

Der relativ hohe Inkohlungsgrad (Anreicherung von Kohlenstoff), der karbonzeitlichen wie auch unterkreidezeitlichen Kohlen im Osnabrücker Raum, ist auf Erhitzung durch den "Bramscher Pluton" zurückzuführen, der als heißes Magma (Gesteinsschmelze) vor etwa 100 Millionen Jahren im Raum Bramsche aufgestiegen ist.

 

Exkursionspunkt 20: Roter Karbonsandstein
Exkursionspunkt 20: Roter Karbonsandstein

 

Die jüngsten am Hüggel vorkommenden Karbon-Schichten sind rotgefärbt. Sie wurden ebenso wie die grauen Sandsteine von einem nach Norden entwässernden Flusssystem abgelagert. Das seitliche Ausdünnen einzelner Sandsteinbänke spiegelt ehemalige Flussrinnen wider. Der Wechsel von Sand- und Tonstein im oberen Teil des Steinbruchs wurde durch unterschiedliche Strömungsgeschwindigkeiten im Flussbett hervorgerufen (bei langsameren Geschwindigkeiten können sich die feineren Tonpartikel absetzen).

 

Die rote Farbe der Sandsteine wird durch feinverteiltes Eisenoxid (Hämatit) bewirkt. Da fast gleichzeitig mit dem Einsetzen der Rotfärbung auch keine Kohleflöze mehr auftreten, vermutet man, dass das Klima von tropisch-feucht zu trocken-warm umschlug. Auch heute noch färben sich Böden in heißem Klima meistens rot.

 

Die Sandsteine wurden hier zum Haus- und Straßenbau in der näheren Umgebung abgebaut. Im Gegensatz zum Piesberg in Osnabrück, wo gleichalte Sandsteine hochwertigstes Straßenbaumaterial liefern, ist hier der Sandstein von schlechterer Qualität.

 

Exkursionspunkt 21: Am Kalksteinbruch Südhüggel - Der Silbersee
Exkursionspunkt 21: Am Kalksteinbruch Südhüggel - Der Silbersee

 

In diesem Steinbruch wurden bis zum Jahre 1937 Muschelkalksteine als Zuschlagstoff für die Stahlerzeugung in Georgsmarienhütte abgebaut. der Kalkstein erniedrigte die Schmelzpunkttemperatur des Roherzes und begünstigte die Schlackenbildung. Das Material wurde mit einer Seilbahn an die Nordseite des Hüggels befördert und von dort durch die Hüggel-Bahn zur Georgsmarienhütte transportiert.

 

An der Nordseite dieses Steinbruchs sind daneben auch rote und gelbe Tonsteine der Buntsandstein-Zeit zu sehen. Die Gesteinsschichten stehen steil und fallen nach Süden ein. Sie wurden bei der Hüggelaufwölbung vor ca. 100 Millionen Jahren an dessen Südrand mithochgeschleppt und aus ihrer ursprünglich horizontalen Lage verstellt. Die Gesteine wurden in dem Bereich zwischen dem sich aufwärtsbewegenden Hüggel-Horst im Norden und dem relativ starren Jura-Bereich im Süden stark beansprucht. Im geologischen Schnitt erkennt man, wie hier die Gesteinsschichten treppenartig an Verwerfungen gegeneinander versetzt sind. Dieser Streifen wird als Randstaffel des Hüggel-Horstes bezeichnet.

 

Exkursionspunkt 22: Die Muschelkalk-Zeit
Exkursionspunkt 22: Die Muschelkalk-Zeit

 

Während der Muschelkalk-Zeit (vor etwa 210 Mio. Jahren) lag das Hüggelgebiet in einem flachen Binnenmehr (germanisches Becken), welches fast gesamt Mitteleuropa bedeckte. Nur südlich von Osnabrück, etwa im Bereich des rheinischen Schiefergebirges, lag eine größere Insel. Zu Beginn der Muschelkalk-Zeit war dieses Meer durch eine schmale Meeresstraße im heutigen Süden von Polen mit dem Weltmeer (Tethys) verbunden, welches im heutigen Mittelmeerraum lag. Bei sehr trockenem und warmem Klima entstanden kalkige bis mergelige Ablagerungen.

 

Blick zurück auf dem Weg zum Bödigestein.
Blick zurück auf dem Weg zum Bödigestein.


Der Hüggelforscher Bödige starb hier am 16.10.1926.
Der Hüggelforscher Bödige starb hier am 16.10.1926.


Exkursionspunkt 23: Verwerfungsfläche mit "Harnischen"
Exkursionspunkt 23: Verwerfungsfläche mit "Harnischen"

 

Auf der Verwerfungsfläche, die die Nordwand des ehemaligen Tagesbaues IV bildet, sind senkrecht verlaufende Streifungen zu sehen. Diese werden als "Harnische" bezeichnet und sind bei der Bewegung der Gesteinsschollen aneinander durch Schrammung entstanden.
Streicht man mit der Hand an der Verwerfungsfläche von oben nach unten entlang, so fühlt sie sich glatt an. In umgekehrter Richtung wirkt sie rauh. Die Bewegung der Schollen erfolgte in der glatten Strichrichtung, d.h. die südliche Scholle, die heute abgebaut ist, wurde in der Tiefe versetzt. Der Absenkungsbetrag, auch "Sprunghöhe" genannt, der südlichen Scholle gegenüber der nördlichen, beträgt etwa 100m.

 

Exkursionspunkt 25b: Zur schönen Aussicht, Bramscher Pluton
Exkursionspunkt 25b: Zur schönen Aussicht, Bramscher Pluton

 

Dieser Aussichtspunkt ermöglicht einen schönen Blick über die ehemaligen Tagebaue II und III hinweg in nördliche Richtung weit in das Osnabrücker Bergland hinein.
Bei guter Sicht kann man die Höhenzüge des Wiehengebirges am Horizont erkennen. Sie werden von festen Gesteinen der Jura-Zeit gebildet. Die zahlreichen Höhen und Bergkuppen zwischen Wiehengebirge und Hüggel setzen sich aus harten Gesteinsfolgen der Trias-Zeit zusammen. Die flacheren Gebiete im Vordergrund werden überwiegend durch weichere, tonigere Gesteine der unteren und mittleren Jura-Zeit (Lias und Dogger) aufgebaut. Sie bildeten früher für Jahrzehnte die Grundlage einer bedeutenden Ziegelindustrie in Osnabrück-Hellern. Das lebhafte Relief spiegelt die intensive tektonische Beanspruchung des Gebiets wider: Das Osnabrücker Bergland ist entlang vieler Störungen kleinräumig in Gesteinsschollen zerlegt. Daher liegen heute an der Erdoberfläche Gesteinsschichten verschiedenen Alters und unterschiedlicher Zusammensetzung dicht nebeneinander.

 

Der Bramscher Pluton:
Vor etwa 100 Mio. Jahren, gegen Ende der Unterkreide-Zeit, lag das Gebiet des heutigen Osnabrücker Berglandes in einer Zone, der die Gesteinsschollen verstärkt herausgehoben wurden ("Inversion"). Dadurch drang im Untergrund des nördlichen Osnabrücker Berglandes heiße Gesteinsschmelze auf, die noch während der Oberkreide-Zeit abkühlte und zu einem Magmenkörper erstarrte. Im Raum der Stadt Bramsche (15 km nordwestlich von Osnabrück) liegt seine Oberfläche in nur 5 km Tiefe (s. Abb.). Durch die Hitzeeinwirkung des "Bramscher Plutons" wird die gute Qualität der Steinkohlen im Osnabrücker Bergraum erklärt. Ebenso werden unter anderem die im Hüggelgebiet beobachteten Vererzungen auf ihn zurückgeführt.

 


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