Donnerstag, 30.03.2017
Textversion ᅵ Suche ᅵ Sitemap

Flashticker



4. Änderung zum FNP/ B-Plan 55.1 Feuerwehr

4. Änderung zum FNP/ B-Plan 55.1 Feuerwehr

Ferienpass Ostern 2017

Ferienpass Ostern 2017

Hasberger Rundschau

Hasberger Rundschau

Ortsplan Hasbergen

Ortsplan Hasbergen

Tourismusverband Osnabrücker Land

Tourismusverband Osnabrücker Land

Gesundheitsregion Osnabrücker Land

Gesundheitsregion Osnabrücker Land

Freizeitland in Hasbergen

Freizeitland Logo - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.

Umzugsratgeber

Umzugsratgeber

OS-Kalender

OS-Kalender - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.


Kleiner Geologischer Lehrpfad

21. Februar 2003: Kleiner Geologischer Lehrpfad am Rand des Hüggels


Ausgangspunkt
Vergrößerung anzeigen Ausgangspunkt


der Exkursion ist der Wanderparkplatz am Roten Berg oberhalb der Gaststätte Schierke. Die Bildunterschriften wurden von den Schildern übernommen, die der Kultur- und Verkehrsverein an den einzelnen Exkursionspunkten aufgestellt hat. Dankeschön.


Exkursionpunkt 2: Blick in den Westteil des ehemaligen Tagebaus, der Hüggel als Eisenerzlagerstätte
Vergrößerung anzeigen Exkursionpunkt 2: Blick in den Westteil des ehemaligen Tagebaus, der Hüggel als Eisenerzlagerstätte



Entlang der Nordseite des Hüggels erstrecken sich ausgedehnte alte Tagebaue des ehemaligen Werkes Georgsmarienhütte der Klöckner-Werke AG.

Die tieferen Lagen der Gesteine, die in der Zechstein-Zeit vor ca. 250 Mio. Jahren abgelagert wurden, enthalten Eisenerze, die auch die braunrote Gesteinsfarbe verursachen (dieses lässt sich an der dem Aussichtspunkt gegenüberliegendem Steinbruchwand gut erkennen!). Der maximale Eisengehalt liegt bei etwa 40%.

Auch Kalkstein wurde hier als Zuschlagstoff ("Zuschlagkalk") für die Eisenverhüttung abgebaut. Zur Entstehung der Lagerstätte vermutet man, dass vor ca. 100 Mio. Jahren, bedingt durch das Aufdringen heißen Magmas bei Bramsche (Bramscher Pluton), auf Spalten und Klüften eisenhaltiges Wasser aufgestiegen ist und in den Kalkstein Ablagerungen das Calcium (Ca) durch das Eisen (Fe) aus dem Wasser ersetzt wurde. Bei dieser "Metasomatose" (griech.: Umwandlung) bildete sich Eisenspat. Durch Verwitterungseinflüsse wurde das Spateisenerz in Oberflächennähe später in Brauneisenerz umgewandelt.

Die große Bedeutung des Hüggel-Erzes im letzten Jahrhundert lag in der chemischen Zusammensetzung. Das damals übliche "Bessemer-Verfahren" zur Stahlerzeugung benötigt kalkiges, phosphor- u. schwefelarmes Eisenerz, wie es hier am Hüggel vorkommt.

Der Tagebau wurde 1963 stillgelegt. Heute findet am Hüggel kein Abbau mehr statt
Nennenswerte Eisenerzreserven gibt es nicht mehr.


Exkursionpunkt 3: Die Spuren eines ehemaligen Höhlensystems
Vergrößerung anzeigen Exkursionpunkt 3: Die Spuren eines ehemaligen Höhlensystems



Das hier anstehende Gestein besteht aus einem wirren und ungeschichteten Haufwerk eckiger, unterschiedlich großer Gesteinsbruchstücke. Gesteine dieser Struktur werden Brekzien genannt.

Während der Zechstein-Zeit vor ca. 250 Mio. Jahren herrschte heißes und trockenes Klima. In dem Meeresbecken, dessen Wasser stark übersalzen war, lagerte sich Anhydrit (wasserfreier Gips) ab.

Die wirre Gesteinslagerung ist aus ehemals gleichmäßig geschichteten Kalk- und Dolomitsteinen hervorgegangen, die von Gips unterlagert waren. Der Gips wurde vom Grundwasser nach und nach aufgelöst und fortgeführt. So entstanden Hohlräume und Höhlensysteme. In diese stürzten die überlagernden Schichten unregelmäßig nach und bildeten die Brekzie, die somit einen Hinweis auf ein früheres Vorhandensein von Anhydrit bzw. Gips an dieser Stelle gibt.


Exkursionpunkt 4a: Südostwand des ehemaligen Tagebaues, Einfallwinkel, Streichrichtung und Diskordanz
Vergrößerung anzeigen Exkursionpunkt 4a: Südostwand des ehemaligen Tagebaues, Einfallwinkel, Streichrichtung und Diskordanz



An dieser Steinbruchwand ist die Basis der Gesteine aus der Zechstein-Zeit und der unterlagernde Karbon-Sandstein aufgeschlossen. Die Zechstein-Gesteine wurden auf dem bereits vor ca. 260 Mio. Jahren gekippten und durch Abtragung freigelegten Oberkarbon-Sandstein horizontal abgelagert.

Später, vermutlich in der Kreide- oder Tertiär-Zeit vor ca. 65 Mio. Jahren, kippten beide Schichtfolgen zusammen geringfügig nach Norden. Die "Schichtlücke" zwischen den Oberkarbon-Ablagerungen und den zechsteinzeitlichen Sedimenten ist durch Abtrag entstanden und umfasst an dieser Stelle einen Zeitraum von etwa 40 Mio. Jahren.

Eine Schichtfläche wird durch die Streichrichtung und den Einfallwinkel in ihrer räumlichen Lage festgelegt. Neigungswinkel und Neigungsrichtung einer Schichtfläche gegenüber einer horizontalen Fläche geben das "Fallen" an. Senkrecht dazu - es ist also die Schnittlinie der Schichtfläche mit einer horizontalen Fläche - wird das "Streichen" gemessen.

In diesem Fall streichen sowohl die Zechstein- als auch die Karbon-Gesteine etwa in Ost-West-Richtung. Dagegen fällt der Karbon-Sandstein am Hüggel im allgemeinen etwas steiler nach Norden ein als die Zechstein-Ablagerungen. Zwischen beiden Schichtkomplexen besteht eine "Diskordanz" (lat.Uneinigkeit), d. h. ein unterschiedliches Einfallen der Schichten.


Exkursionpunkt 5: Steinbruch südlich des ehemaligen Tagebaues, Basis der Gesteine aus der Zechstein-Zeit
Vergrößerung anzeigen Exkursionpunkt 5: Steinbruch südlich des ehemaligen Tagebaues, Basis der Gesteine aus der Zechstein-Zeit



Mit Beginn der Zechstein-Zeit (vor ca. 250 Mio. Jahren) überflutete das Meer von Norden aus das Hüggelgebiet, das für ca 75 Mio. Jahre Festland gewesen war. Seine untersten Ablagerungen sind an dieser Steinbruchwand zu sehen.

Zunächst lagerte das nach Süden vordringende Meer die am Meeresgrund freiliegenden Sandsteine des Karbons um, und es bildete sich örtlich eine Gerölllage, das sogenannte Zechsteinkonglomerat. Darüber folgten eine 0,4 m dicke Kalksteinschicht, das "Mutterflöz", und eine bis 0,7 m starke Tonsteinlage, der "Kupferschiefer".

Die Bezeichnungen "Mutterflöz" und "Kupferschiefer" stammen von Bergleuten aus Thüringen, wo der "Kupferschiefer" wegen seines Edelmetallgehalts (bis 2% Kupfer, daneben Gold, Silber, Zink, Blei) abgebaut wird. Am Hüggel sind im "Kupferschiefer" nur 0,1% Kupfer vorhanden. Über dem "Kupferschiefer" liegen noch 40 m Kalkstein, der Zechsteinkalk (Stinkkalk), dessen unteren Lagen hier noch mit aufgeschlossen sind.

Im weiteren Verlauf der Zechstein-Zeit wurden durch Eindampfen des Meerwassers mächtige Salzlager gebildet. Das Hüggelgebiet lag am Nordvorsprung einer Halbinsel außerhalb des Salzablagerungsraumes.


Exkursionpunkt 6: Am ehemaligen Tagebau, Bremsberg
Vergrößerung anzeigen Exkursionpunkt 6: Am ehemaligen Tagebau, Bremsberg



Hier wurden Loren, die mit Eisenerz aus dem Tagebau beladen waren, mit Seilwinden auf diesen Weg heraufgezogen. Hierzu hatte man eine Rampe im Gestein stehen lassen, auf der für die Loren eine Gleisstrecke eingerichtet war.

Die Rampe und das Fundament des Seilwindenhauses sind heute noch zu erkennen. Im Bergbau werden Förderrampen als Bremsberg bezeichnet. Von hier aus brachte eine Schmalspurbahn das Roherz zur Brechanlage an der gegenüberliegenden Nordseite des Tagebaus.


Das Foto zeigt die Reste einer Waschkaue.
Vergrößerung anzeigen Das Foto zeigt die Reste einer Waschkaue.



Exkursionpunkt 8: Die Georgsmarienhütte

Bergbau am Hüggel ist schon seit dem 16. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Der moderne Bergbau begann 1836 mit dem Bau einer Eisenhütte in Hagen (Beckerode) südlich des Hüggels. Die Georgsmarienhütte wurde 1856 auf halbem Wege zwischen den Erzvorkommen am Hüggel und der Steinkohlenlagerstätte im Dütetal gebaut. 1940 musste der Erzbergbau wegen Erschöpfung der Lagerstätte eingestellt werden. 1966 wurde der letzte Steinbruch, in dem noch schwach vererzter Kalkstein als Zuschlagstoff abgebaut worden war, stillgelegt.

Das ehemalige reine Hochofenwerk in Georgsmarienhütte hat sich zu einem modernen Qualitäts- und Edelstahlwerk entwickelt. Heute wird kein Erz mehr eingeschmolzen, sondern ausschließlich Eisenschrott.


Exkursionpunkt 11: Einschnitt der ehemaligen Hüggel-Bahn am Ortenbrink: Schrägschichtung im zechsteinzeitlichen Kalkstein
Vergrößerung anzeigen Exkursionpunkt 11: Einschnitt der ehemaligen Hüggel-Bahn am Ortenbrink: Schrägschichtung im zechsteinzeitlichen Kalkstein



Als oberste Schicht der zechsteinzeitlichen Gesteine findet sich eine stark löchrig-zellige ("kavernöse") Kalksteinlage. Diese nur örtlich ausgebildete und maximal 4 m mächtige Ablagerung zeigt schichtinterne Schrägschichtungen mit Diskordanzen zwischen den einzelnen Schüttungskörpern. Vermutlich wurde das Sediment in einer Flachsee bei stärkerer Wasserbewegung (gerichtete Strömung) als küstennahe Sandbank abgelagert.
Über dieser Serie setzen unmittelbar die in diesem Aufschluß schon abgetragenen tonig-sandigen Gesteine der Buntsandstein-Zeit ein.


Exkursionpunkt 14: An der ehemaligen Brechanlage
Vergrößerung anzeigen Exkursionpunkt 14: An der ehemaligen Brechanlage



Hier wurde das von einer Schmalspurbahn aus den Tief- und Tagebauen angelieferte Erz in einer "Brechanlage" auf die zur Weiterverarbeitung am besten geeignete Korngröße zerkleinert. Für eine möglichst wirtschaftliche Verhüttung des Erzes im Hochofen muss das Roherz in etwa faustgroßen Stücken vorliegen. Größere beziehungsweise kleinere Korngrößen erhöhen den Energieverbrauch beim Schmelzen des Erzes. Der Abtransport des "Stückerzes" zur Georgsmarienhütte erfolgte durch Erzwagen der Hüggel-Bahn.
In der gut 100jährigen Betriebszeit wurden am Hüggel etwa 10 Mio. t Eisenerz gefördert. Bauwürdige Reserven an "Reicherz" gibt es nicht mehr. Vom schwach eisenhaltigen Kalkstein ("Zuschlagkalk") könnten noch ca. 3 Mio. t gewonnen werden.
Mit dem Exkursionspunkt 14 ist der "kleine Rundweg" abgeschlossen. Der Weg führt direkt zum Ausgangspunkt der Exkursion zurück, dem Parkplatz am ehemaligen Schacht Luise. Wer auch noch den "großen Rundweg" durchwandern will, folgt vom Parkplatz aus weiter der Trasse er ehemaligen Hüggel-Bahn in westlicher Richtung.



zurück

Druckversion anzeigen