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Paläontologen in Hasbergen Teil 5

30. März 2004
Die sensationellen Funde locken die TV Kameras. Der NDR entdeckt in Hasbergen einen Medienstar: Unsere Quastenflosser(Fotos: Volker Sporing - Kultur- und Verkehrsverein Hasbergen)

Ausgrabungen


Weitere Ausgrabungen


Die anschließende Auswertung


Die Überreste dieses noch unpräparierten Jungtieres sind 258 Millionen Jahre alt.
Die Überreste dieses noch unpräparierten Jungtieres sind 258 Millionen Jahre alt.

 

Lesen Sie hier die offizielle Pressemitteilung von Dr. Diedrich:
Pressemitteilung DPA
Dr. C. Diedrich
Dipl.-Geologe/Paläontologe,
Geoarchäologe/Archäozoologe
Krähenschmiede 25
49326 Melle
Tel.: 05428/929476
Mobil: 01745825246
E-mail: cdiedri@gmx.net
Webseite: www.paleologic.de

 

Quastenflosser - lebendige Fossilien bei Osnabrück entdeckt
Erstmals wurden in Europa systematische paläontologische Flächengrabungen in 258 Millionen Jahre alten ölimprägnierten Schwarzschiefern der erdgeschichtlichen Perm-Zeit bei Osnabrück durchgeführt. Bisher waren nur fragmentierte Fischfunde von den Bergwerkshalden aus Mitteldeutschland und England bekannt geworden.

 

Eine erste zweiwöchige Forschungsgrabung unter der Trägerschaft des KULTUR UND VERKEHRSVEREINS HASBERGEN E.V. und der Koordination der PALEOLOGIC mit der Unterstützung der STIFTUNG FÜR NATUR UND UMWELT sowie dem NATURPARK TERRA VITA brachte nun mehrere neue spektakuläre Funde ans Tageslicht. Über acht verschiedene urtümliche Rochen-, Hai und Schmelzschupperfischarten konnten mit Skeletten gefunden werden. Sensationell sind besonders drei Quastenflosser-Skelette - lebende Fossilien, da diese Lungenfische noch heute in 900 Metern Wassertiefe bei Madagaskar mit der Art Latimeria gelegentlich ins Netz gehen.
Zwischen den für diese Zechsteinmeer-Zeit eigentlich seltenen, bis zu 70 cm langen Quastenflosser ist ein nahezu vollständiges Skelett eines noch jungen Fisches (40 cm Länge) eine Seltenheit. Neben den Lungenfischen sind auch zahlreiche Pflanzenreste aufgetaucht, die ansonsten nur spärlich gefunden werden. Typisch sind an der neuen Meeresfundstelle Zweige von Nadelbäumen des Festlandes, die ein trocknes aber nicht kühles Klima anzeigen. Die Fischfauna und auch wirbellose Tiere belegen ein warmes subtropisches und flaches Meer. Im Meeresbodenschlamm erzeugten Schwefelbakterien ein sauerstofffreies Milieu, sodass hier Fischleichen und andere Tier- und Pflanzenreste nicht weiter zerstört wurden. Algenblüten im Meer sorgten nicht nur für gelegentliche Fischmassensterben, sondern auch für eine Anreicherung von organischem Material am Meeresboden, das zu Erdöl umgewandelt wurde und ebenfalls Fossilien konservierte.


Coelacanthus granulosus - von diesem 258 Millionen Jahre alten Lungenfisch sind drei Exemplare im Geopark Teuteburger Wald / Wiehengebierge bei Osnabrück gefunden worden.
Coelacanthus granulosus - von diesem 258 Millionen Jahre alten Lungenfisch sind drei Exemplare im Geopark Teuteburger Wald / Wiehengebierge bei Osnabrück gefunden worden.


Durch die exakte Kartierung der Fischfunde und Pflanzenreste an der Grabungsstelle können nun erstmals Meeresbodenströmungen in dieser Region ermittelt werden. Diese hängen mit Winden und mit dem Klima zusammen. Insgesamt kann man sich den Osnabrücker Raum vor 258 Millionen Jahren als ein flaches und fischreiches Meer vorstellen, in das durch subtropische Stürme Geäst besonders von Nadelbäumen, aber auch Farnen und anderen Pflanzen abgerissen und in Wadis zusammengespült in das Meer verfrachtet wurden.
Die untersuchte Fundstelle liegt nahe eines solchen Wadis unfern der damaligen Küste. Daher treten auch hier die anscheinend nicht seltenen Quastenflosser in dieser Region gehäuft auf - Fische die zur Nahrungssuche auch kurzzeitig auf das Land kriechen konnten und möglicherweise gerne im Brackwasser lebten.

 

Die Quastenflosser sind die Vorfahren der höheren landbewohnenden Wirbeltiere und damit auch des Menschen. Sie sind ein wichtiges Bindeglied in der Wirbeltierevolution.

 

Vergleicht man die neue Fundstelle mit anderen Schwarzschiefer-Wirbeltierfossillagerstätten der Welt, so birgt sie noch gewaltiges Potential.

 

Gerade solche Gesteinsarten zeigen die beste Fossilerhaltung bis hin zu Details wie Mageninhalten oder Feinstrukturen. Die bedeutendsten Schwarzschiefer-Fossilfundstellen der Welt, die bereits als Weltnaturerbe ausgezeichnet wurden sind die 50 Millionen Jahre alten Schichten der Grube Messel (Deutschland) mit zahlreichen frühen Säugetierskeletten, oder der Monte San Giorgio (Schweiz) mit seinen berühmten 240 Millionen Jahre alten Schwimmsauriern und Fischen der Trias-Epoche.

 

Die Fundstelle im Geopark Teutoburger Wald/Wiehengebirge bei Osnabrück könnte einen international bedeutenden umfangreichen Einblick in eine noch ältere Epoche vor 258 Millionen Jahren und die frühen Wirbeltiere wie Fische und Urreptilien vor der Dinosaurierzeit bieten.

 

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